Brass Night / Youth Night
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Dem EMF-Publikum bot sich in Biel ein Potpourri an Blasmusikalischer Unterhaltung. Dazu gehörte auch der Auftritt der Brass Band Fribourg BBF unter der Direktion von Robin Bartholini.
Der 28-jährige Profimusiker hat sich in der Szene längst einen Namen gemacht. An der Hochschule für Musik in Lausanne liess er sich zum Saxophonisten ausbilden, bevor er in Luzern zum Dirigenten weitergebildet wurde. Seine Leidenschaft und Überzeugung führten ihn 2025 sogar ins Halbfinale des Europäischen Dirigentenwettbewerbs in Stavanger (Norwegen).
Mit seinen 30 Musikern der BBF studierte er ein anspruchsvolles aber durchaus auch ansprechendes Programm ein, das am Samstagabend von über 400 Zuhörenden im Nebia genossen wurde.
Eröffnet wurde das Konzert mit «When Thunder Calls» von Paul Lovatt-Cooper. Register um Register betrat die Bühne und liess das Werk musikalisch anwachsen. Spätestens mit dem Schlussakkord war eine Duftmarke gesetzt. Richtig konzertant allerdings wurde es mit dem nächsten Werk: Bilder einer Ausstellung von Modest Mussorgsky. Dieses halbstündige Stück wurde 1874 in drei Wochen komponiert, weil der Autor damit den plötzlichen Tod seines Malerfreunds Viktor Hartmann verarbeitete. Auch visuell war dieser Konzertteil äusserst ansprechend, da während der Livemusik Animationsfilme aus dem Repertoire der School of Animatic Arts in Los Angeles gezeigt wurden. Der darauffolgende Applaus bildete die Begeisterung adäquat ab.
Der ehemalige Solo-Posaunist der BBF, Jérémy Monnet arrangierte den auf einem Gedicht von Sara Teasdale basierende A Cappella Song «Only in Sleep» von Erik Esenvalds für Blechformationen neu. Die Spielqualität hingegen kam mit Sicherheit nicht im Schlaf.
Eine Geschichtslektion der besonderen Art wurde dem Publikum mit der Komposition «Hannibal» geboten. Während gut 20 Minuten tauchte man in die Historie um Hannibal Barca ein, der mit 30‘000 Infanteristen, 9‘000 Reitern sowie Elefanten über die Alpen zog, um Rom anzugreifen. Auf der Leinwand wurden Texte, aber auch Bilder eingeblendet, welche die Musik sowie die Geschichte visuell unterstreichten.
Den Abschluss bildete schliesslich der Midwest March von J.J. Richards aus dem Jahr 1932, womit das Publikum verabschiedet wurde.
Youth Night

81 Kinder und Jugendliche zwischen 9 und 23 Jahren hatten sich im Vorfeld zum Eidgenössischen Musikfest getroffen, um für die erstmals organisierte Youth Night ein Programm einzustudieren. Die Basis bildete die Bieler Jugendformation JUBIS Biel, dessen Dirigent Gregory Heiniger auch das eigens gegründete Youth Ensemble leitete. Zahlreiche Kinder aus Formationen aus fünf Kantonen kamen hinzu.
Der grosse Saal im Nebia füllte sich bis auf den letzten Platz. Das Publikum erfuhr, dass sich die Nachwuchsmusizierenden an gerade Mal zwei Proben auf ihren Auftritt vorbereitet hatten. Einspielungen auf der Leinwand gaben einen Einblick, was die Jungen motiviert hat, Musik zu machen und in der Youth Band mitzuspielen. Den Abschluss der einstündigen Aufführung bildete der Patent Ochsner-Hit «für immer uf di», den das begeisterte Publikum lautstark mitsang.





