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- Fundgegenstände vom Eidgenössischen Musikfest
Vermissen Sie einen Gegenstand? Vielleicht haben wir ihn gefunden ... Während vier unvergesslichen Festtagen ist nicht nur viel Musik durch Biel gezogen – es sind auch einige Dinge liegen geblieben. Wenn Du etwas vermisst, könnte es gut sein, dass es bei uns im Fundbüro gelandet ist. Kredikarten und Portemonnaies wurden jedoch dem Bieler Fundbüro übergeben Wir verschicken die Gegenstände per Vorauskasse / Abholungen sind nach Voranmeldung möglich: in beiden Fällen per Mail an theo.martin@emf26.ch
- Die helfenden Hände am Eidgenössischen Musikfest in Biel
Ohne die zahlreichen Helferinnen und Helfer hätte es kein EMF gegeben – sogar aus Deutschland haben wir Unterstützung erhalten. Es ist das Highlight der Blasmusik-Fans - das Eidgenössische Musikfest in Biel. Um das Fest mit 25'000 Musizierenden aus der ganzen Schweiz zu stemmen, braucht es Hunderte Freiwillige. Auch rund 15 Personen vom Bund Deutscher Blasmusik-Verbände (BDB) haben mit angepackt. Leonie Marti hat sie für die SRF-Sendung Regional-diagonal begleitet. Die Sendung kann hier angehört werden (ab 12:19)
- Stadt Biel begeistert vom EMF
Ein unvergessliches Eidgenössisches Musikfest, getragen von einer enormen kollektiven Begeisterung – das Fazit der Stadt Biel Der Gemeinderat der Stadt Biel hat in seiner wöchentlichen Sitzung eine äusserst positive Bilanz des Eidgenössischen Musikfests gezogen, das am vergangenen Wochenende in Biel stattgefunden hat. Vier Tage lang stand die Stadt ganz im Zeichen von Musik, Begegnung und Miteinander. Über 120 000 Menschen feierten bei dieser aussergewöhnlichen Ausgabe mit und verwandelten Strassen, Plätze und Quartiere in eine riesige, offene Festbühne. Bielerinnen und Bieler, Musizierende und Gäste aus der ganzen Schweiz: Alle Generationen und Sprachen kamen in einer herzlichen, fröhlichen und respektvollen Atmosphäre zusammen. Der Gemeinderat freut sich ganz besonders darüber, dass dieses grosse Volksfest ohne nennenswerte Zwischenfälle verlaufen ist. Ob bei der Sicherheit, dem Verkehr, der Logistik, Sauberkeit oder Verpflegung – alles hat hervorragend funktioniert. Ein solcher Erfolg wäre jedoch niemals möglich gewesen ohne den ausserordentlichen Einsatz von Hunderten von Freiwilligen, Mitarbeitenden der Stadt sowie zahlreichen Helfenden hinter den Kulissen, die diesen Event vorbereitet, begleitet und ermöglicht haben. Der Gemeinderat spricht ihnen allen seinen tiefen Dank aus. Dank ihres oft stillen, aber unverzichtbaren Engagements konnte Biel die ganze Schweiz auf souveräne, herzliche und gastfreundliche Art empfangen. Der Gemeinderat bedankt sich auch beim Organisationskomitee des Eidgenössischen Musikfests für das der Stadt Biel entgegengebrachte Vertrauen und für die hervorragende Zusammenarbeit bei der Organisation des weltweit grössten Blasmusikfestivals in nur knapp einem Jahr.
- Die EMF-Höhepunkte im Rückblick
Die SRG bringt am kommenden Samstag zu bester Sendezeit im ersten Programm eine einstündige Sendung über das erfolgreiche Eidgenössische Musikfest in Biel. Am 23. Mai wird zu bester Sendezeit (18.10 bis 19.10 Uhr) die nationale TV-Sendung Bella Musica über das Eidgenössische Musikfest ausgestrahlt (RSI: 24. Mai, 12.50 Uhr). Sie wird in allen vier Sprachregionen die Höhepunkte des Auffahrtswochenendes nochmals in Erinnerung rufen und im ersten Programm einem Millionen-Publikum vorstellen.
- Livestream zur Marschmusik immer noch zugänglich
Die Parademusik am Eidgenössischen Musikfest kann im Livestream immer noch angeschaut werden. Die SRG hat das gesamte Wettspiel der Parademusik in Play RTR (https://www.rtr.ch/emf26) live übertragen. Die Sendungen können an gleicher Stelle weiterhin angesehen werden. Über die Suche erreichen Sie direkt Ihren gewünschten Verein.
- Auf dem Weg ans EMF
Die Sendung Kulturplatz von SRF widmet sich am 20. Mai 2026 um 22.25 auf SRF 1 dem Thema «Verein als Heimat – Ein Blasorchester vor dem grossen Auftritt». Der Beitrag erzählt die Geschichte der Harmoniemusik Glarus und begleitet sie auf dem Weg zum Eidgenössischen Musikfest. Die Sendung zeigt exemplarisch, unter welchem Druck Blasmusik heute steht. Die Sendung Kulturplatz über die Harmoniemusik Glarus wird am Dienstag 26.5. auf SRF info von 15.05-15.35 Uhr wiederholt. Die Sendung kann später auf Play SRF nachgeschaut werden.
- Schlussfeier EMF26
Was unterscheidet eine Feier eines Turnfests von jenem eines Musikfests? Beim mitsingen klingt es beim EMF einfach besser, sagte Sonntagabend ein Musiker seinem Bandkollegen an der Schlussfeier auf der Esplanade in Biel. Die Stimmung war dank der Brass Band No Limits und dem Sonnenschein bereits vor dem Festakt hervorragend. Hunderte Menschen feierten unter dem Zeltdach und waren gespannt auf die letzte Rangverkündigung dieses Eidgenössischen Musikfests. Eine nicht repräsentative Umfrage bei einigen Musikgesellschaften zeichnet ein durchwegs positives Bild des diesjährigen Wettbewerbs. Geschätzt wurde insbesondere die Nähe aller Lokale und die Festmeile im Zentrum von Biel. Mit dem Einzug der Trychlergruppe Seeland wurde der offizielle Teil lautstark eröffnet. Das etablierte Moderatorenduo Jonas Zellweger und Anita Maïmouma Neuhaus führte sympathisch und kompetent durch das Event. Die Armourins aus Neuenburg hatten es wegen des Lärmpegels dieses Mal deutlich schwerer, sich bemerkbar zu machen als an der Startfeier am Mittwoch. Dennoch war der Auftritt der in rot und grün gekleideten Trommler und Pfeiffer äusserst gelungen. In ihrer Rede erklärte OK Präsidentin Nadja Günthör das Logo mit der roten und blauen Note, welche das Seeland, den Kanton und unser Land repräsentiere. Stolz rief sie: «Es hat mich sehr berührt, so viele Freunde zu haben. Man sollte immer so feiern, wie wir es in diesen vier Tagen getan haben.» Auch Simon Büchel kam zu Wort, der im Iniativkommitee des nächsten EMF beteiligt ist, welches in fünf Jahren im Rheintal stattfinden soll. Er nehme nach vier Tagen Biel mit, dass man auch auf dem Land ein grosses Festzentrum aufbauen werde, worin sich die Musikerfamilie treffen wird. 18 Rheintaler Vereine haben sich für das EMF 2031 zusammengeschlossen. Die Jugendband «Young (R)evolution» tratt hierfür stellvertretend vor dem Bieler Publikum auf und sang: danke schön! Stafettenübergabe an Simon Büchel EMF 2031
- Brass Night / Youth Night
Dem EMF-Publikum bot sich in Biel ein Potpourri an Blasmusikalischer Unterhaltung. Dazu gehörte auch der Auftritt der Brass Band Fribourg BBF unter der Direktion von Robin Bartholini. Der 28-jährige Profimusiker hat sich in der Szene längst einen Namen gemacht. An der Hochschule für Musik in Lausanne liess er sich zum Saxophonisten ausbilden, bevor er in Luzern zum Dirigenten weitergebildet wurde. Seine Leidenschaft und Überzeugung führten ihn 2025 sogar ins Halbfinale des Europäischen Dirigentenwettbewerbs in Stavanger (Norwegen). Mit seinen 30 Musikern der BBF studierte er ein anspruchsvolles aber durchaus auch ansprechendes Programm ein, das am Samstagabend von über 400 Zuhörenden im Nebia genossen wurde. Eröffnet wurde das Konzert mit «When Thunder Calls» von Paul Lovatt-Cooper. Register um Register betrat die Bühne und liess das Werk musikalisch anwachsen. Spätestens mit dem Schlussakkord war eine Duftmarke gesetzt. Richtig konzertant allerdings wurde es mit dem nächsten Werk: Bilder einer Ausstellung von Modest Mussorgsky. Dieses halbstündige Stück wurde 1874 in drei Wochen komponiert, weil der Autor damit den plötzlichen Tod seines Malerfreunds Viktor Hartmann verarbeitete. Auch visuell war dieser Konzertteil äusserst ansprechend, da während der Livemusik Animationsfilme aus dem Repertoire der School of Animatic Arts in Los Angeles gezeigt wurden. Der darauffolgende Applaus bildete die Begeisterung adäquat ab. Der ehemalige Solo-Posaunist der BBF, Jérémy Monnet arrangierte den auf einem Gedicht von Sara Teasdale basierende A Cappella Song «Only in Sleep» von Erik Esenvalds für Blechformationen neu. Die Spielqualität hingegen kam mit Sicherheit nicht im Schlaf. Eine Geschichtslektion der besonderen Art wurde dem Publikum mit der Komposition «Hannibal» geboten. Während gut 20 Minuten tauchte man in die Historie um Hannibal Barca ein, der mit 30‘000 Infanteristen, 9‘000 Reitern sowie Elefanten über die Alpen zog, um Rom anzugreifen. Auf der Leinwand wurden Texte, aber auch Bilder eingeblendet, welche die Musik sowie die Geschichte visuell unterstreichten. Den Abschluss bildete schliesslich der Midwest March von J.J. Richards aus dem Jahr 1932, womit das Publikum verabschiedet wurde. Youth Night 81 Kinder und Jugendliche zwischen 9 und 23 Jahren hatten sich im Vorfeld zum Eidgenössischen Musikfest getroffen, um für die erstmals organisierte Youth Night ein Programm einzustudieren. Die Basis bildete die Bieler Jugendformation JUBIS Biel, dessen Dirigent Gregory Heiniger auch das eigens gegründete Youth Ensemble leitete. Zahlreiche Kinder aus Formationen aus fünf Kantonen kamen hinzu. Der grosse Saal im Nebia füllte sich bis auf den letzten Platz. Das Publikum erfuhr, dass sich die Nachwuchsmusizierenden an gerade Mal zwei Proben auf ihren Auftritt vorbereitet hatten. Einspielungen auf der Leinwand gaben einen Einblick, was die Jungen motiviert hat, Musik zu machen und in der Youth Band mitzuspielen. Den Abschluss der einstündigen Aufführung bildete der Patent Ochsner-Hit «für immer uf di», den das begeisterte Publikum lautstark mitsang.
- Anekdoten vom Fest
In der Nacht vom Freitag auf Samstag war es zwei jungen Musikanten offenbar langweilig: „In Begleitung“ einer Vereinsfahne beschlossen sie, im Bieler Stadtzentrum eine Birke zu fällen. Mit ihrer „Beute“ liefen sie anschliessend direkt der Polizei in die Arme. * * * * * Nirgendwo ist das korrekte Tenü wichtiger als auf der Parademusik. Schliesslich wird dieses von der Jury mitbewertet. Grosses Pech also für einen Musikanten der Musikgesellschaft Gähwil (SG): Er stellte in Biel fest, dass sich an einem seiner Schuhe die Sohle gelöst hatte. Was tun? Zufällig entdeckte er entlang der Parademusik-Strecke einen Schuhmacher. Dieser klebte ihm kurzerhand die Sohle, sodass die 300 Meter ohne Abzüge in der Stilnote marschiert werden konnten. * * * * * Pleiten, Pech und Pannen bei der Musikgesellschaft Meinisberg (BE): Bei der Parademusik wehte ein fieser Wind durch die Zentralstrasse, sodass die Dirigentin nach wenigen Metern ihren Hut verlor. Eine der Ehrendamen hob ihn rasch auf und warf ihn an den Strassenrand. Dann verlor auch noch ein Posaunist einen Zug. Auch an der Siegerehrung blieb der Verein nicht vom Pech verschont: In der Konzertmusik wurde er erst als Tagessieger auf die Bühne gerufen. Wenig später kam aus: Es gab einen Fehler: Die Meinisberger erreichten am Spieltag nicht den ersten, sondern den zweiten Platz (in der Schlussrangliste wurden sie 6.). * * * * * Blasmusik vereint bekanntlich Jung und Alt, und die Musikantinnen und Musikanten sorgen selber eifrig für Nachwuchs. Bei den Auftritten oder auch bei den Fotostudios, wo die Gruppenfotos geschossen wurden, waren immer wieder wartende Mamas oder Papas mit Kleinkindern zu sehen, die den musizierenden Elternteil begleiteten. * * * * * Die Ehrendamen der Vispe Visp (VS) präsentierten ihre schönen Blumensträusse in Kuhhörnern. Auf die Frage, was die Hörner symbolisierten, antworteten sie schlagfertig: „Wir sind der Verein der gehörnten Ehemänner.“ * * * * * Manch ein Musiker und manch eine Musikerin waren froh, wenn das EMF-Pflichtprogramm absolviert war und sie ihre Feierlaune ausleben konnten. Doch andere konnten von ihrem Hobby nicht genug kriegen: Immer wieder ertönte mitten in der Stadt ein spontanes Ständchen. Und ein Verein hat offenbar so Freude an der Parademusik, dass sie am Abend in Reih und Glied und einen Marsch intonierend in Richtung Fotostudio marschiert sind.
- Ein buntes Fest voller Musik geht zu Ende
An der Schlussfeier des Eidgenössischen Musikfests 2026 in Biel gab es zahlreiche musikalische Überraschungen. Ein Rück- und Ausblick mit Nadja Günthör und Luana Menoud-Baldi. Nadja Günthör (links) ist Präsidentin des Organisationskomitees des Eidgenössischen Musikfests 2026 .Die Ausbildnerin / Dipl. Personal Coach lebt in Erlach BE und ist Grossrätin. Mit der Blasmusik-Szene hatte sie bis vor dem EMF26 keinen direkten Bezug. Luana Menoud-Baldi (rechts) amtet seit 2020 als Präsidentin des Schweizer Blasmusikverbands (SBV). Die gebürtige Tessinerin lebt in Romont FR. Hauptberuflich ist sie Generalsekretärin in Fribourg bei der Alzheimer Vereinigung. Sie ist ebenfalls Grossrätin. Vor ihrem SBV-Engagement war sie eine engagierte Klarinettistin in ihrem Heimatkanton Tessin. Vier Tage voller Musik in Biel: Am Sonntagabend ist das Eidgenössische Musikfest 2026 (EMF) nach vier Tagen zu Ende gegangen. Die Schlussfeier stand noch einmal ganz im Zeichen der Musik. Neben diversen Gruppen und Bands aus verschiedenen Sparten hatte auch der Treichlerclub Seeland einen Auftritt. Als Überraschungs-Musiker traten der Seeländer Sänger George mit einem besonderen Arrangement seiner „Seeland-Hymne“ „Hie bini deheim“ auf sowie der Rapper Louis Weber mit dem eigens geschriebenen Rapsong „Musigg!“ Auch die beiden weiblichen Aushängeschilder des EMF, die OK-Präsidentin Nadja Günthör und die SBV-Präsidentin Luana Menoud-Baldi, verabschiedeten sich und bedankten sich beim zahlreichen Publikum. Wie alle Involvierten haben die beiden intensive Tage und Nächte hinter sich. Beide schliefen pro Nacht kaum mehr als zwei Stunden. Allerdings ist spürbar, dass sie am Fest unterschiedliche Rollen hatten. Nadja Günthör war als OK-Präsidentin an jeder Front gefragt. „Ich habe auch mal Scherben zusammengelesen oder für Ordnung gesorgt, wenn Informationen falsch aufgehängt waren“, sagt sie. Luana Menoud-Baldi dagegen ist nicht Mitglied des OKs und konnte das Fest durchaus auch geniessen. Viele Besuchende hätten die Gelegenheit genutzt, die Verbandspräsidentin anzusprechen und um ein Selfie zu bitten. „Dank meiner Haarfarbe erkennt man mich gut“, sagt sie lachend. Grosser Andrang an Wettbewerb Menoud-Baldi ist enorm froh, dass das EMF nach der Coronapandemie und nach der Absage des Interlakner OKs nun in Biel stattfinden konnte. Sie spricht dem Bieler OK, welches das Fest in bloss 16 Monaten auf die Beine stellten, einen grossen Dank aus. Der SBV wiederum hat an diesem EMF erstmals direkt den Wettbewerb organisiert, er habe seinen Anteil aber auch dank guter Kontakte zu Politik, Kultur und Medien leisten können. „Das Fest war prima organisiert, auch musikalisch hat alles gestimmt“, sagt Menoud-Baldi. Die Vereine hätten ihre gesteigerte musikalische Qualität präsentieren können, was unter anderem der Arbeit der Kantonalverbände zu verdanken sei. Ein Novum sei die starke Präsenz von SRG SRR gewesen. Insbesondere der Livestream und später die Videos der Parademusik sei von Musikantinnen und Fans äusserst rege genutzt worden. Nadja Günthör zeigt sich erfreut über die hohe Besucherzahl: Insgesamt seien an den vier Festtagen über hunderttausend Personen nach Biel ans EMF gereist. Die grosse Nachfrage nach der gebotenen Blasmusik zeigte sich am Samstag besonders eindrücklich, als das Publikum teils über zwei Stunden lang angestanden ist, um im Kongresshaus den Musikwettbewerb verfolgen zu können. Jetzt wird die Zukunft geplant Am Fest haben sich kaum nennenswerte Zwischenfälle ereignet. Gemäss den Organisatoren habe die Kantonspolizei Bern verlauten lassen, dass es in Biel selten ein Fest mit so wenig Interventionen gegeben habe. Was dem OK am meisten zu schaffen machte, waren die fehlenden Helferinnen und Helfer. Nicht zuletzt wegen einer Grippewelle seien einige angemeldete Helfer ausgefallen, sodass personell umdisponiert werden musste. In die Bresche gesprungen seien nicht zuletzt Mitglieder aus den lokalen Vereinen. Das Wetter hatte den Organisatoren nicht gerade in die Hände gespielt: Die Eisheiligen hatten mit aller Härte zugeschlagen. Und doch mag sich Nadja Günthör nicht darüber beklagen. Denn geregnet hatte es in Biel insgesamt viel weniger, als im Vorfeld befürchtet werden musste. Gegen die Kälte schützten sich die Besuchenden mit warmer Kleidung oder gar Mützen. Am Sonntag kamen dann vermehrt Sonnenbrillen zum Einsatz: Es war meist freundlich und spürbar wärmer. Nach dem EMF ist vor dem EMF: An der Schlussfeier überreichte das Bieler OK einen symbolischen Stafettenstab an eine Equipe aus dem St. Galler Rheintal: Dort ist 2031 das nächste EMF geplant. Laut Luana Menoud-Baldi werden in den nächsten Monaten verbandsintern spannende Diskussionen geführt: So werden die Kantonalverbände entscheiden müssen, ob das EMF künftig wie erstmals in Biel an vier Tagen am Stück durchgeführt werden soll, oder ob wieder das frühere Modell von zwei aufeinanderfolgenden Wochenenden angewendet werden soll. Diskutiert werde auch über den Umgang mit der stets wachsenden Teilnehmerzahl. Über Nacht wird aufgeräumt Nach den intensiven vier Tagen ist für die beiden Frauen keine Erholung in Sicht: Beide amten in ihren Wohnkantonen als Grossrätinnen und müssen sich auf die bevorstehenden Sessionen vorbereiten. In der Nacht vom Sonntag auf Montag steht zumindest für Nadja Günthör eine weitere schlaflose Nacht an: Bis am Montagmorgen um 5 Uhr muss die Bieler Innenstadt wieder für den Verkehr freigegeben werden. Nach der Schlussfeier steht deshalb noch jede Menge Aufräumarbeit an.
- „Statisch gespielte Töne sind noch keine Musik“
Monika Schütz lebt mit ihrer Familie in Elsau ZH. Die studierte Klarinettenlehrerin mit Konzertdiplom und Blasmusikdirektorin arbeitet derzeit als Musik-Fachlehrperson und studiert seit einem Jahr als Quereinsteigerin „Schulmusik 1“ an der Pädagogischen Hochschule. Wegen des Studiums leitet sie derzeit keinen Verein als Dirigentin, sie macht aber Stellvertretungen und diverse Projekte. Monika Schütz, Sie sind Jurorin am EMF – was und wen bewerten Sie genau? Am Donnerstag und Freitag habe ich in der zweiten Klasse Harmonie das Selbstwahlstück bewertet. Das bedeutet, dass ich an den zwei Tagen 24 Formationen mit ganz unterschiedlichen Stücken gehört habe. Am Samstag bewerte ich in der 4. Klasse Harmonie ebenfalls das Selbstwahlstück. Es ist mein strengster Tag, denn wir hören 20 verschiedene Vereine, die alle in dieselbe Rangliste kommen. Haben Sie sich als Jurorin beworben oder wurden Sie angefragt? Man wird für diese Funktion angefragt. Es hilft sicher, wenn man eine gute Arbeit macht und sich beim Schweizer Blasmusikverband einen guten Ruf erarbeitet. Ich konnte dies dank meiner Arbeit als Co-Präsidentin des Zürcher Blasmusikverbands tun, wo ich dem Ressort Dirigieren vorstehe. Dass ich als Jurorin angefragt wurde, ist extrem schön, denn es ist so eine dankbare Aufgabe. Dass nach zehn Jahren wieder ein EMF stattfindet, ist grossartig. Nun all diese potenten und spielfreudigen Vereine zu sehen, macht mich richtig emotional. Wie haben Sie sich auf Ihren Einsatz vorbereitet? Bei den Selbstwahlstücken fällt die Vorbereitung natürlich viel intensiver aus als bei den Aufgabenstücken. Drei ganze Tage lang habe ich die Partituren studiert. Manche Stücke kannte ich bereits, diejenigen aus der 4. Stärkeklasse teils noch aus meiner Jugendmusikzeit. Dass wir die Partituren digital erhalten haben, empfand ich als anstrengend. Die übergrossen Papierformate sind für die Arbeit am Schreibtisch viel angenehmer. Apropos digital: Neu werden auch die Juryberichte digital erstellt. Wie stehen Sie dazu? Das ist sensationell und entspricht dem Zeitgeist. Damit wird nun eine Pionierarbeit geleistet, denn dank dem Programm Hitobito werden künftig auch alle Kantonalmusikverbände auf dieses System zugreifen können. Die Juroren der Aufgabenstücke hören den ganzen Tag dasselbe Wettstück. Ist dies nicht viel einfacher zu bewerten als dutzende unterschiedliche Stücke, wie es bei Ihnen der Fall ist? Jein. Beim Bewerten der Pflichtstücke entwickelt sich die Erwartungshaltung im Laufe des Hörens. Es ist schwierig, sich rückblickend zu erinnern, wie die zweite oder fünfte Formation das Stück gespielt hat. Für uns ist es viel einfacher: Wir können über die Stücke reden, und das Memorisieren fällt einfacher. Wir vergleichen, ob das, was gespielt wird, dem entspricht, was in der Partitur steht. Hat der Verein eine Idee davon? Gelingt ihr Plan? Wird musiziert, gestaltet? Das bedeutet, dass von all den „harten Faktoren“, die Sie bewerten, der musikalische Ausdruck am wichtigsten ist? Das ist ein ganz wichtiger Faktor. Wenn nur statisch Töne gespielt werden, dann mag zwar alles „richtig“ sein, aber es ist noch keine Musik. Wenn die Musikalität aber da ist und ein Agieren stattfindet, dann dürfen auch mal Kleinigkeiten passieren. Ich kann mir jedoch vorstellen, dass hierbei die Meinungen auseinandergehen. Wie viele Emotionen lassen Sie als Jurorin zu? Seit ich Kinder habe, bin ich deutlich emotionaler. Sowohl als Konzertbesucherin wie auch als Dirigentin musste ich schon weinen, weil ich durch die Musik so berührt worden bin. Auch hier habe ich das schon mehrfach erleben dürfen. Es gibt Vereine, die es schaffen, so viel an gebündelter Energie zu vermitteln. Wie behalten Sie als Jurorin die Konzentration? Mit viel Kaffee und Schokolade. Wir sind zum Glück sehr gut betreut, und wir Jurymitglieder helfen einander, wenn sich ein Tiefpunkt abzeichnet. Zum Beispiel, wenn man nach der richtigen Formulierung sucht. Es ist anstrengend, aber wir bemühen uns, allen Vereinen gerecht zu werden, die nun wochenlang auf dieses Fest hingearbeitet haben. Haben Sie neben Ihrer Arbeit vom Fest etwas mitbekommen? Nein, wir haben bloss noch zu Abend gegessen und etwas getrunken. Geschlafen habe ich schlecht, aber für drei Tage im Jahr ist das ok. Wie viele Eidgenössische Musikfeste haben Sie schon erlebt? Interlaken 1996 war mein erstes EMF als Musikantin. In St. Gallen 2011 sowie in Montreux 2016 war ich als Dirigentin dabei. Hier in Biel amte ich erstmals als Jurorin.














