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Ein buntes Fest voller Musik geht zu Ende

  • 18. Mai
  • 3 Min. Lesezeit

 

An der Schlussfeier des Eidgenössischen Musikfests 2026 in Biel gab es zahlreiche musikalische Überraschungen. Ein Rück- und Ausblick mit Nadja Günthör und Luana Menoud-Baldi.

 

Nadja Günthör (links) ist Präsidentin des Organisationskomitees des Eidgenössischen Musikfests 2026 .Die Ausbildnerin / Dipl. Personal Coach lebt in Erlach BE und ist Grossrätin. Mit der Blasmusik-Szene hatte sie bis vor dem EMF26 keinen direkten Bezug.

 

Luana Menoud-Baldi (rechts) amtet seit 2020 als Präsidentin des Schweizer Blasmusikverbands (SBV). Die gebürtige Tessinerin lebt in Romont FR. Hauptberuflich ist sie Generalsekretärin in Fribourg bei der Alzheimer Vereinigung. Sie ist ebenfalls Grossrätin. Vor ihrem SBV-Engagement war sie eine engagierte Klarinettistin in ihrem Heimatkanton Tessin.


Vier Tage voller Musik in Biel: Am Sonntagabend ist das Eidgenössische Musikfest 2026 (EMF) nach vier Tagen zu Ende gegangen. Die Schlussfeier stand noch einmal ganz im Zeichen der Musik. Neben diversen Gruppen und Bands aus verschiedenen Sparten hatte auch der Treichlerclub Seeland einen Auftritt. Als Überraschungs-Musiker traten der Seeländer Sänger George mit einem besonderen Arrangement seiner „Seeland-Hymne“ „Hie bini deheim“ auf sowie der Rapper Louis Weber mit dem eigens geschriebenen Rapsong „Musigg!“

 

Auch die beiden weiblichen Aushängeschilder des EMF, die OK-Präsidentin Nadja Günthör und die SBV-Präsidentin Luana Menoud-Baldi, verabschiedeten sich und bedankten sich beim zahlreichen Publikum. Wie alle Involvierten haben die beiden intensive Tage und Nächte hinter sich. Beide schliefen pro Nacht kaum mehr als zwei Stunden. Allerdings ist spürbar, dass sie am Fest unterschiedliche Rollen hatten. Nadja Günthör war als OK-Präsidentin an jeder Front gefragt. „Ich habe auch mal Scherben zusammengelesen oder für Ordnung gesorgt, wenn Informationen falsch aufgehängt waren“, sagt sie.

 

Luana Menoud-Baldi dagegen ist nicht Mitglied des OKs und konnte das Fest durchaus auch geniessen. Viele Besuchende hätten die Gelegenheit genutzt, die Verbandspräsidentin anzusprechen und um ein Selfie zu bitten. „Dank meiner Haarfarbe erkennt man mich gut“, sagt sie lachend.

 

Grosser Andrang an Wettbewerb

 

Menoud-Baldi ist enorm froh, dass das EMF nach der Coronapandemie und nach der Absage des Interlakner OKs nun in Biel stattfinden konnte. Sie spricht dem Bieler OK, welches das Fest in bloss 16 Monaten auf die Beine stellten, einen grossen Dank aus. Der SBV wiederum hat an diesem EMF erstmals direkt den Wettbewerb organisiert, er habe seinen Anteil aber auch dank guter Kontakte zu Politik, Kultur und Medien leisten können.

 

„Das Fest war prima organisiert, auch musikalisch hat alles gestimmt“, sagt Menoud-Baldi. Die Vereine hätten ihre gesteigerte musikalische Qualität präsentieren können, was unter anderem der Arbeit der Kantonalverbände zu verdanken sei. Ein Novum sei die starke Präsenz von SRG SRR gewesen. Insbesondere der Livestream und später die Videos der Parademusik sei von Musikantinnen und Fans äusserst rege genutzt worden.

 

Nadja Günthör zeigt sich erfreut über die hohe Besucherzahl: Insgesamt seien an den vier Festtagen über  hunderttausend Personen nach Biel ans EMF gereist. Die grosse Nachfrage nach der gebotenen Blasmusik zeigte sich am Samstag besonders eindrücklich, als das Publikum teils über zwei Stunden lang angestanden ist, um im Kongresshaus den Musikwettbewerb verfolgen zu können.

 

Jetzt wird die Zukunft geplant

 

Am Fest haben sich kaum nennenswerte Zwischenfälle ereignet. Gemäss den Organisatoren habe die Kantonspolizei Bern verlauten lassen, dass es in Biel selten ein Fest mit so wenig Interventionen gegeben habe.

 

Was dem OK am meisten zu schaffen machte, waren die fehlenden Helferinnen und Helfer. Nicht zuletzt wegen einer Grippewelle seien einige angemeldete Helfer ausgefallen, sodass personell umdisponiert werden musste. In die Bresche gesprungen seien nicht zuletzt Mitglieder aus den lokalen Vereinen.

 

Das Wetter hatte den Organisatoren nicht gerade in die Hände gespielt: Die Eisheiligen hatten mit aller Härte zugeschlagen. Und doch mag sich Nadja Günthör nicht darüber beklagen. Denn geregnet hatte es in Biel insgesamt viel weniger, als im Vorfeld befürchtet werden musste. Gegen die Kälte schützten sich die Besuchenden mit warmer Kleidung oder gar Mützen. Am Sonntag kamen dann vermehrt Sonnenbrillen zum Einsatz: Es war meist freundlich und spürbar wärmer.

 

Nach dem EMF ist vor dem EMF: An der Schlussfeier überreichte das Bieler OK einen symbolischen Stafettenstab an eine Equipe aus dem St. Galler Rheintal: Dort ist 2031 das nächste EMF geplant.

 

Laut Luana Menoud-Baldi werden in den nächsten Monaten verbandsintern spannende Diskussionen geführt: So werden die Kantonalverbände entscheiden müssen, ob das EMF künftig wie erstmals in Biel an vier Tagen am Stück durchgeführt werden soll, oder ob wieder das frühere Modell von zwei aufeinanderfolgenden Wochenenden angewendet werden soll. Diskutiert werde auch über den Umgang mit der stets wachsenden Teilnehmerzahl.

 

Über Nacht wird aufgeräumt

 

Nach den intensiven vier Tagen ist für die beiden Frauen keine Erholung in Sicht: Beide amten in ihren Wohnkantonen als Grossrätinnen und müssen sich auf die bevorstehenden Sessionen vorbereiten. In der Nacht vom Sonntag auf Montag steht zumindest für Nadja Günthör eine weitere schlaflose Nacht an: Bis am Montagmorgen um 5 Uhr muss die Bieler Innenstadt wieder für den Verkehr freigegeben werden. Nach der Schlussfeier steht deshalb noch jede Menge Aufräumarbeit an.

 
 
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