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Die ganze Welt der Musik

  • vor 15 Stunden
  • 2 Min. Lesezeit

 

Den Rahmen des grössten Blasmusikfestes der Welt haben auch verschiedene Anbieter von Instrumenten, Zubehör und Ausbildung genutzt, sich einem breiten Publikum zu präsentieren. Die Gesellschaften nutzten ein paar sonnige Momente am Nachmittag, um nahe der Esplanade ihre Erinnerungsfotos zu schiessen.

 

Wer Musik machen will, benötigt ein Instrument. Anders als Panflöten, die man aus Bambusrohren selbst herstellen kann, sind die meisten Blech- und Holzblasinstrumente komplexe Geräte. Viele Vereine stellen daher ihren Mitgliedern Instrumente zur Verfügung, die während der Dauer einer Mitgliedschaft genutzt werden dürfen. Ambitioniertere Muszierende allerdings bevorzugen ihre eigene Trompete, Waldhorn, Querflöte, Oboe oder Fagott. Solche können im Fachhandel bezogen werden. Verschiedene Musikhäuser und Instrumentenbauer stellten ihre Klarinetten, Tuben und Saxofone einem interessierten Fachpublikum vor. Dabei lag die Ausstellung ideal gelegen: sie war Eintrittspforte zu den Fotoboxen, wo die Gesellschaften ihr offizielles Festfoto ablichten lassen konnten.

 

Zu den Ausstellern gehört auch der Bund Deutscher Blasmusikverbände BDB in Staufen. Ihr Geschäftsführender Präsident Christoph Karle zeigt sich beeindruckt vom EMF 2026. «Es ist grossartig und einzigartig, dass sich hier in Biel die ganze Breite der Blasmusik-Gemeinschaft trifft», sagt der studierte Orchestermusiker. Insbesondere die qualitative Durchmischung von einfacheren 4.-Klasse-Bands und Spitzenformationen hält der Fachmann für nutzbringend. Amateure erhielten die Gelegenheit, hochwertige Literatur zu hören. Und fortgeschrittene Musikantinnen und Musikanten hätten dadurch Zugang zur Basis, wo die meisten von ihnen selbst herkommen und nicht vergessen sollten. Er mahnt ausserdem, dass Hobbymusizierende sich ihres Wertes bewusst sein sollten: «Wer sich in einem Musikverein engagiert, der handelt gegen die Vereinsamung, sorgt für das so bedeutsame Zusammengehörigkeitsgefühl, das unsere Gesellschaft am Ende stark macht.»

 

Oftmals hängt die Qualität einer Band von ihrem Probelokal ab, sagt Dr. Arnold Meissner. Der Bildungsreferent des BDB hat sich vor dem EMF mit der Akustik der Einspiellokale beschäftigt. Der Physiker kennt die Bewegungen des Schalls und wie er optimal beeinflusst werden kann. Er weist darauf hin, dass insbesondere bei kleinen Lokalen oft ein Zielkonflikt bestehe, die Lautstärke einzudämmen und gleichzeitig die Hörbarkeit zu steigern. Denn wie sagte schon Bundesrätin Elisabeth Baume-Schneider in ihrer Eröffnungsrede: Man muss auf die anderen hören! Meissner erklärt, dass man das Pingpong-Spiel des Tons vermeiden müsse. «Der Konzertsaal des BDB in Staufen hat schiefe Wände ohne rechten Winkel und auch eine schräge Decke. Damit verteilt sich der Ton optimal im ganzen Raum», erklärt der Experte. Ein Fehler sei es beispielsweise, den Boden mit Teppichen zu belegen und Schallschluckende Tafeln an die Decke zu hängen. So könne der Schall sich nicht mehr optimal ausbreiten. Die Anforderungen an einen guten Proberaum unterscheiden sich ausserdem von dem einer Konzertlocation. Im Übungskeller sei es wichtig, dass der Dirigent jedes einzelne Instrument gut hören könne. Das bedarf eines trockenen Klangs. Bei Aufführungen hingegen kann ein kleines Echo dafür sorgen, Fehler und Ungenauigkeiten etwas zu kaschieren.

 

Arnold Meissner konnte die Einspiellokale, darunter auch Turnhallen, mit einfachen Massnahmen Musiktauglich machen. Insbesondere durch das Aufhängen von Moltonstoffen wurde die Akustik deutlich verbessert. Besonderes Augenmerk gilt es hier auf den Bass zu richten, der Masse braucht, damit er seine volle Wirkung entfalten kann. Für die Musikgesellschaften wurde schliesslich alles Mögliche unternommen, um ihnen optimale Bedingungen für ihre Auftritte und Wettbewerbsteilnahmen bieten zu können. Das wird sich auch an den drei weiteren Festtagen des EMF 2026 bewähren, sind die Fachleute überzeugt.

 

 
 
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