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«Das dritte EMF Biel wird super!»

  • martinroesch4
  • vor 4 Tagen
  • 3 Min. Lesezeit

 

Der 84-jährige Hans Häusler war Kommunikationschef des letzten Eidgenössischen Musikfests in Biel. Mit seinem Nachfolger unterhält er sich über die Anforderungen 1976 und 2026. Häusler ist sich sicher, wie sichs in Biel-Bienne festen lässt: «Unvergesslich gut!»

 

Interview: Theo Martin

 

Was bleibt in Erinnerung vom Eidgenössischen Musikfest 1976?

Die zweisprachige «Zukunftstadt Biel» war eine moderne, warmherzige und fröhliche Gastgeberin! Dank eines vorgängigen Marschkompositionswettbewerbes erhielt das Fest schweizweit grosse Aufmerksamkeit, was sich in einem hohen Publikumsaufmarsch niederschlug. Die Wettspiellokale waren gut besucht, ebenso fanden die freien Veranstaltungen gebührende Beachtung. Im Stadion Gurzelen zeigten die

Korps unvergessliche Darbietungen aus dem Bereich der Marschmusik mit

Evolutionen. Das Zusammenwirken der Festteilnehmenden und Festgebenden

klappte gut. Es wurden viele neue Freundschaften geknüpft. Die Freude an der

Musik, die freundschaftliche Verbundenheit und die farbige Vielfalt der

Uniformen und Fahnen aus allen Landesteilen vermitteltem ein unvergessliches

Erinnerungsbild.

 

Was hat die Musikantinnen und Musikanten damals so beschäftigt?

Sicher mal der Wille, in ihrer Kategorie einen guten Rang zu erzielen. Zu wissen,

wo man nach Auffassung der Juroren steht (In Biel wurden 1976 erstmals Punkte statt Prädikate vergeben und damit eine Rangliste erstellt; Anmerkung der Redaktion). Die Neugier auf die zweisprachige Stadt am Jurasüdfuss mit dem See und dem attraktiven Umland. Aber natürlich auch die Frage «wie machen es unsere Freunde aus anderen Landesteilen»? Was gibt es Neues im Wettspiellokal, auf der Marschmusikstrecke und im

Vereinsleben? Und schliesslich: Wie lässt sichs in Biel-Bienne festen? Wie man

aus der Erinnerung weiss: Unvergesslich gut!

 

Da Biel das EMF 2026 notfallmässig übernommen hat, musste ich mich im

Dezember 2024 blitzartig entscheiden, ob ich das Amt des

Leiters Kommunikation annehmen will. Wie bist Du eigentlich ins OK

gekommen?

Die Firma Gassmann mit ihren beiden Tageszeitungen «Bieler Tagblatt» und

«Journal du Jura» stellte sich frühzeitig in den Dienst der guten Sache und

machte im Organisationskomitee mit. Als Redaktor des «Bieler Tagblatts» ergab

sich somit für mich die Chance, das ehrenvolle Kommunikationsmandat zu

übernehmen. Ich gratuliere Dir zu Deinem Blitzentscheid herzlich und wünsche

Dir viel Erfolg und Befriedigung an der Infofront.

 

Danke! Um 7 Ecken herum sind wir sogar miteinander verwandt - Zufälle gibt es. Das

bringt mich zur Frage: Wie habt ihr damals die Zweisprachigkeit behandelt?

Schwergewichtig zweisprachig (Deutsch/Französisch), aber die andern

Landessprachen wurden bei Bedarf selbstverständlich auch berücksichtigt! Das

dürfte vermutlich heute anders sein. Die Schweiz ist sich in 50 Jahren näher

gerückt und die Bedürfnisse haben sich geändert.

 

Wir kommunizieren generell dreisprachig, rund ein Viertel aller Beiträge sind

sogar auf Romanisch übersetzt. Was war die grösste Sorge damals?

Im Gegensatz zu heute waren Tempo und Bedürfnisse noch nicht so matchentscheidend. Und die Blasmusikwelt half sich halt selbst, wenns irgendwo klemmte. Schwieriger, weil langsamer, waren eher die Kommunikationswege. Da gabs auch mal Pannen auszuhalten. Und die verzieh man sich nach einer Kropfleerete meistens.

 

Wie ist es damals mit den Finanzen aufgegangen?

Die Schlussabrechnung dürfte mit einem Überschuss abgeschlossen haben,

wenn ich mich richtig erinnere!

 

Und was war die grösste Sorge?

Die Einhaltung von Zeitplan und Finanzplan. Dann Fragen bezüglich genügend Helferinnen und Helfern. Was ist zu tun, wenn Umstände auftauchen, an die niemand gedacht hat? Wie hilft man, wenn jemand in seiner Funktion überfordert ist oder akut erkrankt? Schlechtes Wetter? Ein Unfall oder ein Verbrechen? Medienkritik? Streit unter Funktionsträgern? Unzufriedenheit bei den Musizierenden? - Das OK hatte Glück, besondere Vorkommnisse blieben aus.

 

Das damalige OK-Mitglied Samuel Heuer ist 2025 verstorben. Gibt es andere

OK-Mitglieder, die noch leben? Wie viele Personen sind im OK gewesen?

Leider sind viele Weggefährten inzwischen verstorben. Ich kenne aktuell

niemanden mehr aus dieser Zeit. Die Anzahl OK-Mitglieder ist mir leider nicht

mehr gegenwärtig.

 

Offenbar hat es davor schon 1880 ein Eidgenössisches Musikfest in Biel

gegeben. Weisst Du etwas davon?

Ja, das wurde oft erwähnt. Aber gesichert dokumentiert habe ich nie etwas

gesehen.

 

Wirst Du das dritte EMF in Biel besuchen?

Sofern es die Gesundheit mir erlaubt, werde ich mit meiner Gattin sicher

zugegen sein. Bin gespannt auf alles Neue!

 

Wie erlebst Du die Organisation 2026 als Aussenstehender?

Ich bin Biel sehr dankbar, dass es kurzfristig für Interlaken eingesprungen ist.

Das ist nicht selbstverständlich und bringt eine Riesenmenge Arbeit für das OK.

Aber Biel, das Seeland und zahlreiche Helfende über die Region hinaus werden

das EMF mit Bravour stemmen. Ich wünsche guten Erfolg und das nötige

Quentchen Glück!

 

(Das Interview wurde schriftlich geführt)

 

Angaben zur Person:

Hans Häusler, im Ruhestand

Geb. 1942, verheiratet, 4 Kinder, 6 Enkelkinder

Aufgewachsen im seeländischen Büetigen

Seit 1988 wohnhaft mit der Familie in Wohlen b.B.

Journalist, Redaktor „Bieler Tagblatt"

Informationschef der Stadt Bern 1987-2003

 
 
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