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- Ein buntes Fest voller Musik geht zu Ende
An der Schlussfeier des Eidgenössischen Musikfests 2026 in Biel gab es zahlreiche musikalische Überraschungen. Ein Rück- und Ausblick mit Nadja Günthör und Luana Menoud-Baldi. Nadja Günthör (links) ist Präsidentin des Organisationskomitees des Eidgenössischen Musikfests 2026 .Die Ausbildnerin / Dipl. Personal Coach lebt in Erlach BE und ist Grossrätin. Mit der Blasmusik-Szene hatte sie bis vor dem EMF26 keinen direkten Bezug. Luana Menoud-Baldi (rechts) amtet seit 2020 als Präsidentin des Schweizer Blasmusikverbands (SBV). Die gebürtige Tessinerin lebt in Romont FR. Hauptberuflich ist sie Generalsekretärin in Fribourg bei der Alzheimer Vereinigung. Sie ist ebenfalls Grossrätin. Vor ihrem SBV-Engagement war sie eine engagierte Klarinettistin in ihrem Heimatkanton Tessin. Vier Tage voller Musik in Biel: Am Sonntagabend ist das Eidgenössische Musikfest 2026 (EMF) nach vier Tagen zu Ende gegangen. Die Schlussfeier stand noch einmal ganz im Zeichen der Musik. Neben diversen Gruppen und Bands aus verschiedenen Sparten hatte auch der Treichlerclub Seeland einen Auftritt. Als Überraschungs-Musiker traten der Seeländer Sänger George mit einem besonderen Arrangement seiner „Seeland-Hymne“ „Hie bini deheim“ auf sowie der Rapper Louis Weber mit dem eigens geschriebenen Rapsong „Musigg!“ Auch die beiden weiblichen Aushängeschilder des EMF, die OK-Präsidentin Nadja Günthör und die SBV-Präsidentin Luana Menoud-Baldi, verabschiedeten sich und bedankten sich beim zahlreichen Publikum. Wie alle Involvierten haben die beiden intensive Tage und Nächte hinter sich. Beide schliefen pro Nacht kaum mehr als zwei Stunden. Allerdings ist spürbar, dass sie am Fest unterschiedliche Rollen hatten. Nadja Günthör war als OK-Präsidentin an jeder Front gefragt. „Ich habe auch mal Scherben zusammengelesen oder für Ordnung gesorgt, wenn Informationen falsch aufgehängt waren“, sagt sie. Luana Menoud-Baldi dagegen ist nicht Mitglied des OKs und konnte das Fest durchaus auch geniessen. Viele Besuchende hätten die Gelegenheit genutzt, die Verbandspräsidentin anzusprechen und um ein Selfie zu bitten. „Dank meiner Haarfarbe erkennt man mich gut“, sagt sie lachend. Grosser Andrang an Wettbewerb Menoud-Baldi ist enorm froh, dass das EMF nach der Coronapandemie und nach der Absage des Interlakner OKs nun in Biel stattfinden konnte. Sie spricht dem Bieler OK, welches das Fest in bloss 16 Monaten auf die Beine stellten, einen grossen Dank aus. Der SBV wiederum hat an diesem EMF erstmals direkt den Wettbewerb organisiert, er habe seinen Anteil aber auch dank guter Kontakte zu Politik, Kultur und Medien leisten können. „Das Fest war prima organisiert, auch musikalisch hat alles gestimmt“, sagt Menoud-Baldi. Die Vereine hätten ihre gesteigerte musikalische Qualität präsentieren können, was unter anderem der Arbeit der Kantonalverbände zu verdanken sei. Ein Novum sei die starke Präsenz von SRG SRR gewesen. Insbesondere der Livestream und später die Videos der Parademusik sei von Musikantinnen und Fans äusserst rege genutzt worden. Nadja Günthör zeigt sich erfreut über die hohe Besucherzahl: Insgesamt seien an den vier Festtagen über hunderttausend Personen nach Biel ans EMF gereist. Die grosse Nachfrage nach der gebotenen Blasmusik zeigte sich am Samstag besonders eindrücklich, als das Publikum teils über zwei Stunden lang angestanden ist, um im Kongresshaus den Musikwettbewerb verfolgen zu können. Jetzt wird die Zukunft geplant Am Fest haben sich kaum nennenswerte Zwischenfälle ereignet. Gemäss den Organisatoren habe die Kantonspolizei Bern verlauten lassen, dass es in Biel selten ein Fest mit so wenig Interventionen gegeben habe. Was dem OK am meisten zu schaffen machte, waren die fehlenden Helferinnen und Helfer. Nicht zuletzt wegen einer Grippewelle seien einige angemeldete Helfer ausgefallen, sodass personell umdisponiert werden musste. In die Bresche gesprungen seien nicht zuletzt Mitglieder aus den lokalen Vereinen. Das Wetter hatte den Organisatoren nicht gerade in die Hände gespielt: Die Eisheiligen hatten mit aller Härte zugeschlagen. Und doch mag sich Nadja Günthör nicht darüber beklagen. Denn geregnet hatte es in Biel insgesamt viel weniger, als im Vorfeld befürchtet werden musste. Gegen die Kälte schützten sich die Besuchenden mit warmer Kleidung oder gar Mützen. Am Sonntag kamen dann vermehrt Sonnenbrillen zum Einsatz: Es war meist freundlich und spürbar wärmer. Nach dem EMF ist vor dem EMF: An der Schlussfeier überreichte das Bieler OK einen symbolischen Stafettenstab an eine Equipe aus dem St. Galler Rheintal: Dort ist 2031 das nächste EMF geplant. Laut Luana Menoud-Baldi werden in den nächsten Monaten verbandsintern spannende Diskussionen geführt: So werden die Kantonalverbände entscheiden müssen, ob das EMF künftig wie erstmals in Biel an vier Tagen am Stück durchgeführt werden soll, oder ob wieder das frühere Modell von zwei aufeinanderfolgenden Wochenenden angewendet werden soll. Diskutiert werde auch über den Umgang mit der stets wachsenden Teilnehmerzahl. Über Nacht wird aufgeräumt Nach den intensiven vier Tagen ist für die beiden Frauen keine Erholung in Sicht: Beide amten in ihren Wohnkantonen als Grossrätinnen und müssen sich auf die bevorstehenden Sessionen vorbereiten. In der Nacht vom Sonntag auf Montag steht zumindest für Nadja Günthör eine weitere schlaflose Nacht an: Bis am Montagmorgen um 5 Uhr muss die Bieler Innenstadt wieder für den Verkehr freigegeben werden. Nach der Schlussfeier steht deshalb noch jede Menge Aufräumarbeit an.
- „Statisch gespielte Töne sind noch keine Musik“
Monika Schütz lebt mit ihrer Familie in Elsau ZH. Die studierte Klarinettenlehrerin mit Konzertdiplom und Blasmusikdirektorin arbeitet derzeit als Musik-Fachlehrperson und studiert seit einem Jahr als Quereinsteigerin „Schulmusik 1“ an der Pädagogischen Hochschule. Wegen des Studiums leitet sie derzeit keinen Verein als Dirigentin, sie macht aber Stellvertretungen und diverse Projekte. Monika Schütz, Sie sind Jurorin am EMF – was und wen bewerten Sie genau? Am Donnerstag und Freitag habe ich in der zweiten Klasse Harmonie das Selbstwahlstück bewertet. Das bedeutet, dass ich an den zwei Tagen 24 Formationen mit ganz unterschiedlichen Stücken gehört habe. Am Samstag bewerte ich in der 4. Klasse Harmonie ebenfalls das Selbstwahlstück. Es ist mein strengster Tag, denn wir hören 20 verschiedene Vereine, die alle in dieselbe Rangliste kommen. Haben Sie sich als Jurorin beworben oder wurden Sie angefragt? Man wird für diese Funktion angefragt. Es hilft sicher, wenn man eine gute Arbeit macht und sich beim Schweizer Blasmusikverband einen guten Ruf erarbeitet. Ich konnte dies dank meiner Arbeit als Co-Präsidentin des Zürcher Blasmusikverbands tun, wo ich dem Ressort Dirigieren vorstehe. Dass ich als Jurorin angefragt wurde, ist extrem schön, denn es ist so eine dankbare Aufgabe. Dass nach zehn Jahren wieder ein EMF stattfindet, ist grossartig. Nun all diese potenten und spielfreudigen Vereine zu sehen, macht mich richtig emotional. Wie haben Sie sich auf Ihren Einsatz vorbereitet? Bei den Selbstwahlstücken fällt die Vorbereitung natürlich viel intensiver aus als bei den Aufgabenstücken. Drei ganze Tage lang habe ich die Partituren studiert. Manche Stücke kannte ich bereits, diejenigen aus der 4. Stärkeklasse teils noch aus meiner Jugendmusikzeit. Dass wir die Partituren digital erhalten haben, empfand ich als anstrengend. Die übergrossen Papierformate sind für die Arbeit am Schreibtisch viel angenehmer. Apropos digital: Neu werden auch die Juryberichte digital erstellt. Wie stehen Sie dazu? Das ist sensationell und entspricht dem Zeitgeist. Damit wird nun eine Pionierarbeit geleistet, denn dank dem Programm Hitobito werden künftig auch alle Kantonalmusikverbände auf dieses System zugreifen können. Die Juroren der Aufgabenstücke hören den ganzen Tag dasselbe Wettstück. Ist dies nicht viel einfacher zu bewerten als dutzende unterschiedliche Stücke, wie es bei Ihnen der Fall ist? Jein. Beim Bewerten der Pflichtstücke entwickelt sich die Erwartungshaltung im Laufe des Hörens. Es ist schwierig, sich rückblickend zu erinnern, wie die zweite oder fünfte Formation das Stück gespielt hat. Für uns ist es viel einfacher: Wir können über die Stücke reden, und das Memorisieren fällt einfacher. Wir vergleichen, ob das, was gespielt wird, dem entspricht, was in der Partitur steht. Hat der Verein eine Idee davon? Gelingt ihr Plan? Wird musiziert, gestaltet? Das bedeutet, dass von all den „harten Faktoren“, die Sie bewerten, der musikalische Ausdruck am wichtigsten ist? Das ist ein ganz wichtiger Faktor. Wenn nur statisch Töne gespielt werden, dann mag zwar alles „richtig“ sein, aber es ist noch keine Musik. Wenn die Musikalität aber da ist und ein Agieren stattfindet, dann dürfen auch mal Kleinigkeiten passieren. Ich kann mir jedoch vorstellen, dass hierbei die Meinungen auseinandergehen. Wie viele Emotionen lassen Sie als Jurorin zu? Seit ich Kinder habe, bin ich deutlich emotionaler. Sowohl als Konzertbesucherin wie auch als Dirigentin musste ich schon weinen, weil ich durch die Musik so berührt worden bin. Auch hier habe ich das schon mehrfach erleben dürfen. Es gibt Vereine, die es schaffen, so viel an gebündelter Energie zu vermitteln. Wie behalten Sie als Jurorin die Konzentration? Mit viel Kaffee und Schokolade. Wir sind zum Glück sehr gut betreut, und wir Jurymitglieder helfen einander, wenn sich ein Tiefpunkt abzeichnet. Zum Beispiel, wenn man nach der richtigen Formulierung sucht. Es ist anstrengend, aber wir bemühen uns, allen Vereinen gerecht zu werden, die nun wochenlang auf dieses Fest hingearbeitet haben. Haben Sie neben Ihrer Arbeit vom Fest etwas mitbekommen? Nein, wir haben bloss noch zu Abend gegessen und etwas getrunken. Geschlafen habe ich schlecht, aber für drei Tage im Jahr ist das ok. Wie viele Eidgenössische Musikfeste haben Sie schon erlebt? Interlaken 1996 war mein erstes EMF als Musikantin. In St. Gallen 2011 sowie in Montreux 2016 war ich als Dirigentin dabei. Hier in Biel amte ich erstmals als Jurorin.
- Sie lösen am Eidgenössischen Musikfest fast jedes Problem
Michel Graf (links): ist im zivilen Leben beim Eidg. Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS) angestellt. Als Vizepräsident deutsche Schweiz des Schweizer Blasmusikverbands (SBV) ist er der offizielle Verbandsvertreter im Organisationskomitee des EMF26. Graf ist verheiratet, Vater von zwei Kindern und lebt in Seedorf BE. Er spielt in der Musikgesellschaft Wahlendorf Perkussion. Hanspeter Frischknecht (rechts): Ist als Gemeindeberater tätig. Er ist sowohl im SBV wie auch im OK des EMF für die Finanzen zuständig. Frischknecht ist verheiratet, Vater von vier Kindern und lebt in Suhr AG. Er spielt Tuba in der Musikgesellschaft Seon, die am Freitag am EMF teilgenommen hat. Sie sind zwei der wichtigsten Köpfe, die dafür gesorgt haben, dass das EMF in Biel so kurzfristig organisiert werden konnte: Michel Graf und Hanspeter Frischknecht. Am dritten Festtag nehmen sie sich kurz Zeit für ein Gespräch. Doch ihre Telefone blinken quasi pausenlos. Beide bezeichnen sich als Troubleshooter und erste Anlaufstelle für quasi jedes Problem. „Mal gab es einen Fehler bei einer Hotelbuchung, mal fehlten die Getränke für die Ansager. Oder das SRF rief an und sagte, am Zentralplatz herrsche ein Chaos, und die Aufnahmefahrzeuge könnten bei der Parademusik nicht mehr wenden“, beschreibt Michel Graf einige ihrer täglich zu lösenden Probleme. Der Seeländer kann seine Müdigkeit nicht ganz verbergen: „Seit letzten Sonntag bin ich auf Platz und schlafe pro Nacht höchstens zwei, drei Stunden.“ Die beiden OK-Mitglieder hätten noch keine Gelegenheit gehabt, ein Konzert oder einen Wettbewerbsbeitrag in Ruhe zu geniessen. Hanspeter Frischknecht war am Freitag mit seinem Verein, der Musikgesellschaft Seon, am EMF unterwegs. Doch auch da wurde er pausenlos mit Schwierigkeiten und Anfragen konfrontiert. „Sogar zwischen dem Einspielen und dem Wettbewerbsauftritt musste ich mithelfen, ein Problem zu lösen“, sagt er. Das habe sich natürlich auf seine Spielqualität ausgewirkt. Michel Graf kann sich einen kleinen Seitenhieb an manche Vereinsleitungen nicht verkneifen: „Teilweise werden unsere Informationen einfach nicht gelesen.“ Im Vorfeld sei beispielsweise mehrfach kommuniziert worden, wie man die Festpins bestellen müsse, doch das habe vielmals nicht geklappt. Auch die Partituren ihrer Wettstücke, welche die Vereine im Vorfeld einschicken mussten, damit sich die Jurorinnen und Juroren angemessen vorbereiten konnten, wurden teils viel zu spät eingesendet. „Manche Partituren wurden uns sogar hierher nach Biel ins Hotel geschickt“, sagt Frischknecht. „Bombenstimmung“ und Schweizergarde als Höhepunkte Graf und Frischknecht sind jedoch nicht nur mit Schwierigkeiten konfrontiert, sondern auch mit viel Dankbarkeit. „Eben gerade ist ein Präsident eines Kantonalverbands auf mich zugekommen und sagte, er wolle ein Selfie mit Frischi als einem der Retter des EMF machen.“ Michel Graf wiederum nimmt sich an jedem Festtag sowohl am Mittag wie auch am Abend die Zeit, um beim Essen in der Esplanade-Turnhalle durch die Reihen zu gehen und die Musikantinnen und Musikanten zu begrüssen. Dabei erhalte er enorm viele positive und dankbare Rückmeldungen, dass das Fest stattfinden kann. Nach dem bisherigen Höhepunkt gefragt, nennt Hanspeter Frischknecht die „Bombenstimmung“ am Donnerstagabend auf der Esplanade, die trotz des regnerischen Wetters geherrscht habe. Für Michel Graf war es das Zusammentreffen mit der „Banda“ der päpstlichen Schweizergarde. Er war es schliesslich auch, der die Idee hatte, die Garde nach Biel zu holen. Als besonders positiv erwähnt Michel Graf auch die Zusammenarbeit mit dem Kollektiv des Bieler Gaskessels. Das Autonome Jugendzentrum (AJZ) befindet sich direkt neben dem Festgelände und sei anfangs gegenüber dem EMF skeptisch gewesen. Nun aber finden täglich Konzerte im „Chessu“ statt. „Es war eine Herzensangelegenheit von uns beiden sowie der OK-Präsidentin Nadja Günthör, die Jugend ans EMF zu bringen und sie zu animieren, ein Instrument zu lernen. Denn die älteren Semester kommen sowieso“, sagt Michel Graf. Finanzen im Lot Finanzchef Hanspeter Frischknecht ist zufrieden, wie sich das Fest finanziell entwickelt. „Die Finanzen haben mir nie schlaflose Nächte bereitet“, meint er, denn man habe das Fest von Anfang an so konzipiert, dass es sich den Gegebenheiten der Finanzen anpasst. Der Umsatz der verkauften Wertkarten sei „nicht gerade bombastisch, aber sehr gut“. Jeden Abend zähle er mit einer Zählmaschine anderthalb Stunden lang das eingenommene Bargeld, veranschaulicht er die Dimensionen eines EMF. Info: Sämtliche Ranglisten finden Sie auf der Website www.emf26.ch Zu einem späteren Zeitpunkt werden auch Bilder vom Fest hochgeladen. Das EMF in Kürze Das Eidgenössische Musikfest 2026 (EMF 26) findet vom 14. bis 17. Mai in Biel statt. Das in der Regel alle fünf Jahre stattfindende Fest gilt mit 24 071 Teilnehmenden als einer der weltweit grössten und bedeutendsten Musikwettbewerbe. 532 Musikvereine aus der ganzen Schweiz messen sich in verschiedenen Kategorien und Stärkeklassen um den Titel «Schweizermeister für fünf Jahre». Somit werden über die Auffahrtstage im Zentrum von Biel über 100 000 Menschen ihrer Leidenschaft für die Musik frönen – sei es als aktiv Teilnehmende oder als Zuhörende. Mit einem breit gefächerten Rahmenprogramm unter dem Motto «Musik verbindet» wird zudem ein grosses Volksfest geboten. Das EMF 26 ist ein kultureller Höhepunkt von nationaler Bedeutung und Ausstrahlung.
- Die ganze Welt der Musik
Den Rahmen des grössten Blasmusikfestes der Welt haben auch verschiedene Anbieter von Instrumenten, Zubehör und Ausbildung genutzt, sich einem breiten Publikum zu präsentieren. Die Gesellschaften nutzten ein paar sonnige Momente am Nachmittag, um nahe der Esplanade ihre Erinnerungsfotos zu schiessen. Wer Musik machen will, benötigt ein Instrument. Anders als Panflöten, die man aus Bambusrohren selbst herstellen kann, sind die meisten Blech- und Holzblasinstrumente komplexe Geräte. Viele Vereine stellen daher ihren Mitgliedern Instrumente zur Verfügung, die während der Dauer einer Mitgliedschaft genutzt werden dürfen. Ambitioniertere Muszierende allerdings bevorzugen ihre eigene Trompete, Waldhorn, Querflöte, Oboe oder Fagott. Solche können im Fachhandel bezogen werden. Verschiedene Musikhäuser und Instrumentenbauer stellten ihre Klarinetten, Tuben und Saxofone einem interessierten Fachpublikum vor. Dabei lag die Ausstellung ideal gelegen: sie war Eintrittspforte zu den Fotoboxen, wo die Gesellschaften ihr offizielles Festfoto ablichten lassen konnten. Zu den Ausstellern gehört auch der Bund Deutscher Blasmusikverbände BDB in Staufen. Ihr Geschäftsführender Präsident Christoph Karle zeigt sich beeindruckt vom EMF 2026. «Es ist grossartig und einzigartig, dass sich hier in Biel die ganze Breite der Blasmusik-Gemeinschaft trifft», sagt der studierte Orchestermusiker. Insbesondere die qualitative Durchmischung von einfacheren 4.-Klasse-Bands und Spitzenformationen hält der Fachmann für nutzbringend. Amateure erhielten die Gelegenheit, hochwertige Literatur zu hören. Und fortgeschrittene Musikantinnen und Musikanten hätten dadurch Zugang zur Basis, wo die meisten von ihnen selbst herkommen und nicht vergessen sollten. Er mahnt ausserdem, dass Hobbymusizierende sich ihres Wertes bewusst sein sollten: «Wer sich in einem Musikverein engagiert, der handelt gegen die Vereinsamung, sorgt für das so bedeutsame Zusammengehörigkeitsgefühl, das unsere Gesellschaft am Ende stark macht.» Oftmals hängt die Qualität einer Band von ihrem Probelokal ab, sagt Dr. Arnold Meissner. Der Bildungsreferent des BDB hat sich vor dem EMF mit der Akustik der Einspiellokale beschäftigt. Der Physiker kennt die Bewegungen des Schalls und wie er optimal beeinflusst werden kann. Er weist darauf hin, dass insbesondere bei kleinen Lokalen oft ein Zielkonflikt bestehe, die Lautstärke einzudämmen und gleichzeitig die Hörbarkeit zu steigern. Denn wie sagte schon Bundesrätin Elisabeth Baume-Schneider in ihrer Eröffnungsrede: Man muss auf die anderen hören! Meissner erklärt, dass man das Pingpong-Spiel des Tons vermeiden müsse. «Der Konzertsaal des BDB in Staufen hat schiefe Wände ohne rechten Winkel und auch eine schräge Decke. Damit verteilt sich der Ton optimal im ganzen Raum», erklärt der Experte. Ein Fehler sei es beispielsweise, den Boden mit Teppichen zu belegen und Schallschluckende Tafeln an die Decke zu hängen. So könne der Schall sich nicht mehr optimal ausbreiten. Die Anforderungen an einen guten Proberaum unterscheiden sich ausserdem von dem einer Konzertlocation. Im Übungskeller sei es wichtig, dass der Dirigent jedes einzelne Instrument gut hören könne. Das bedarf eines trockenen Klangs. Bei Aufführungen hingegen kann ein kleines Echo dafür sorgen, Fehler und Ungenauigkeiten etwas zu kaschieren. Arnold Meissner konnte die Einspiellokale, darunter auch Turnhallen, mit einfachen Massnahmen Musiktauglich machen. Insbesondere durch das Aufhängen von Moltonstoffen wurde die Akustik deutlich verbessert. Besonderes Augenmerk gilt es hier auf den Bass zu richten, der Masse braucht, damit er seine volle Wirkung entfalten kann. Für die Musikgesellschaften wurde schliesslich alles Mögliche unternommen, um ihnen optimale Bedingungen für ihre Auftritte und Wettbewerbsteilnahmen bieten zu können. Das wird sich auch an den drei weiteren Festtagen des EMF 2026 bewähren, sind die Fachleute überzeugt. 81 Kinder und Jugendliche zwischen 9 und 23 Jahren hatten sich im Vorfeld zum Eidgenössischen Musikfest getroffen, um für die erstmals organisierte Youth Night ein Programm einzustudieren. Die Basis bildete die Bieler Jugendformation JUBIS Biel, dessen Dirigent Gregory Heiniger auch das eigens gegründete Youth Ensemble leitete. Zahlreiche Kinder aus Formationen aus fünf Kantonen kamen hinzu. Der grosse Saal im Nebia füllte sich bis auf den letzten Platz. Das Publikum erfuhr, dass sich die Nachwuchsmusizierenden an gerade Mal zwei Proben auf ihren Auftritt vorbereitet hatten. Einspielungen auf der Leinwand gaben einen Einblick, was die Jungen motiviert hat, Musik zu machen und in der Youth Band mitzuspielen. Den Abschluss der einstündigen Aufführung bildete der Patent Ochsner-Hit «für immer uf di», den das begeisterte Publikum lautstark mitsang.
- Kurzinterview mit Jonas Heutschi und Nina Moser von der Musikgesellschaft Frohsinn Neuendorf
Jonas Heutschi, 29, Euphonium (spielt seit der 4. Klasse und ist seit ca. Mitte der Oberstufe im Verein) Nina Moser, 21, Klarinette (spielt seit der 3. Klasse und kam mit 12 Jahren in die Musikgesellschaft) Musikgesellschaft Frohsinn Neuendorf SO, 2. Klasse Harmonie Sie haben gerade die Parademusik absolviert. Wie ist es gelaufen? J.H.: Gut, wir sind jedenfalls zusammen angekommen. Waren Sie nervös? J.H.: Es geht. Einzig das korrekte Anhalten hat mich etwas nervös gemacht. N.M.: Ich war nur ein bisschen aufgeregt. Das Schlimmste waren die Kameras für die Livestream-Aufzeichnungen. Die Wettstücke haben Sie bereits am Vormittag dargeboten. Was haben Sie für ein Gefühl? J.H.: Ich finde, es ist gut gelaufen. Als Zweitklass-Harmonie-Verein haben Sie das Wettstück „Endless Peace“ von Pierre-Etienne Sagnol gespielt. Wie gefällt es Ihnen? N.M.: Also gewisse Passagen könnte man rausstreichen … J.H.: Das Stück enthält herausfordernde und durchaus schöne Teile. Wenn man es gegen Ende der Probezeit hin zusammensetzen kann, beginnt es, einen Sinn zu ergeben. Aber wir mussten ziemlich daran arbeiten, um ein Gesamtbild zu erreichen. Hat Ihnen Ihr Selbstwahlstück „Ivanhoe“ von Bert Appermont besser gefallen? N.M.: (zuckt mit den Schultern) Wir spielen es halt schon seit einem Jahr. J.H.: Das ist schon eine etwas lange Zeit, und es kann sein, dass wir den Peak schon überschritten hatten. Wie viele Eidgenössische Musikfeste haben Sie schon besucht? Beide: Das ist unser erstes. Haben Sie Fans ans EMF mitgebracht? N.M.: Bei mir ist die Familie dabei. J.H.: Bei mir ist niemand mitgekommen. Sind Sie ambitionierte Musikantinnen und Musikanten, oder ist es Ihnen wichtiger, am EMF einen guten Tag zu haben? N.M.: Spass zu haben ist schon wichtig. Aber es wäre schön, im oberen Bereich dabei sein zu können. Sie haben das Pflichtprogramm Ihres EMF-Programms schon hinter sich gebracht: Ist nun Festen angesagt? J.H.: Nein, ich muss noch in eine Probe mit einem anderen Verein. N.M.: Ja, wir werden nun sicher mit dem Verein zusammen auf der Festmeile verweilen. Aber morgen muss ich wieder arbeiten.
- „Das lässt hoffen für die Zukunft“
Thomas Trachsel aus Obergösgen SO ist Präsident der Musikkommission des Schweizer Blasmusikverbands (SBV) und in dieser Funktion für die Musik am Eidgenössischen Musikfest verantwortlich. Der zweifache Vater ist Komponist, Dirigent, Dozent und in der Schulmusik tätig. Am EMF26 stammt das Wettstück der 1. Klasse Harmonie, „Metamorphosis“, aus seiner Feder. Thomas Trachsel, Sie sind für den Bereich Musik am EMF26 verantwortlich. Was beinhaltet das alles? Thomas Trachsel: Die Musikkommission des SBV hat im Vorfeld die ihr vorgeschlagenen Säle begutachtet und geprüft, die Parademusik-Strecken bestimmt, die Aufgabenstücke ausgewählt und die Jurymitglieder organisiert. Nun, am Fest selber, bin ich viel in den Sälen unterwegs, höre, wie es akustisch läuft und spreche mit den Jurymitgliedern. Und ich bin ich auf Abruf: Wenn irgendwo etwas passiert, muss ich sofort einschreiten und handeln können. In welchen Situationen müssten Sie einschreiten? Wenn es zum Beispiel in einem der Jury-Dreierteams nicht harmonieren sollte. Es kann immer mal vorkommen, dass ein solches Team nicht harmoniert, wenn zum Beispiel zwei Mitglieder stets konträrer Meinung sind. Das ist absolut menschlich. Für solche Fälle, aber auch, falls jemand kurzfristig krank werden sollte, haben wir im Vorfeld Stellvertreterinnen und Stellvertreter definiert. War das Zusammenstellen der Jury Ihre grösste Herausforderung? Ja. Am EMF26 sind gegen 130 Jurorinnen und Juroren engagiert. Das war nicht ganz einfach und hat mir tatsächlich die eine oder andere schlaflose Nacht bereitet. Verdienen die Jurymitglieder Geld? Ja, und das ist auch richtig so, denn dieser Job ist wirklich anstrengend. Man arbeitet viele Stunden am Tag hochkonzentriert, und auch wenn niemand gern darüber spricht: Da wird man einfach müde. Verdienen auch Sie am EMF etwas? Nein, das ist innerhalb meines Funktionärssalärs abgegolten. Dies fällt aber minimal aus. Wie viel Zeit wenden Sie für das Musikkommissions-Präsidium auf? Das ist schwierig zu sagen, aber mindestens einen Tag pro Woche. Am Samstag wird Ihr Wettstück „Metamorphosis“ uraufgeführt. Was ist das für ein Gefühl, wenn ein Komponist einer Uraufführung beiwohnt? Das ist natürlich ein Höhepunkt, und ich bin sehr gespannt darauf. Am Samstag und Sonntag sollte ich etwas Zeit haben, um reinhören zu gehen. Man braucht dann aber auch ein paar Tage lang einen breiten Rücken. Denn interessant waren die Reaktionen im Vorfeld auf das Stück: So hat jemand zwar nicht direkt mir, aber der Geschäftsstelle mitgeteilt, ich hätte dringend einen Psychiater nötig (lacht). Aber je länger der Probebetrieb dauerte, desto positiver sind die Reaktionen ausgefallen, das beruhigt mich. Aber es ist klar: Ein Aufgabenstück polarisiert meistens, und mir scheint, für ein solches Fest ist durchaus Literatur gefordert, die sich die Vereine nicht unbedingt gewohnt sind. Wann haben Sie zum ersten Mal ein EMF besucht? Als Musikant war das 1991 in Lugano, als Dirigent 2006 in Luzern. Jetzt ist es mein erstes EMF als Muko-Präsident. Was ist Ihr erster Eindruck vom EMF in Biel? Als Interlaken die Reissleine gezogen hat, war ich enorm besorgt. Wenn niemand in die Bresche gesprungen wäre, wäre das für unser Hobby sehr schlecht gewesen. Es ist hinlänglich bekannt, dass ich nicht der allergrösste Fan von Musikwettbewerben bin. Aber ein Fest als solches als Treffpunkt, und um der Öffentlichkeit zu zeigen, dass es uns noch gibt, ist sehr wichtig. Darum ist es so verdankenswert, dass das Team aus Biel eingesprungen ist und das Fest in rekordverdächtiger Zeit auf die Beine gestellt hat. Dafür kann man ihm gar nicht genug Danke sagen. Auch wenn vielleicht nicht immer ganz alles nach Plan läuft: Die Stimmung ist schön, extrem friedlich, alle sind glücklich, und die Lokalitäten sind allesamt gut besucht. Das freut mich sehr und lässt doch hoffen für die Zukunft!
- Wetterglück am Eidgenössischen Musikfest trotz Bewölkung
Auch am zweiten Tag des Eidgenössischen Musikfests in Biel hatten die Musikantinnen und Musikanten sowie die Zuschauenden grossmehrheitlich Glück: Trotz einiger Regentropfen ist es meistens trocken geblieben, sodass die Parademusik wie geplant stattfinden konnte. Um bei allfälliger Regenschauer flexibler zu sein, haben die Organisatoren bereits am ersten Festtag entschieden, die Parademusik in Blöcke von zwei Stunden aufzuteilen. Immer eine Stunde vor dem Start wurde kommuniziert, ob die Parade durchgeführt werden kann. „Wir hatten grosses Glück, dass alle Vereine starten konnten, und es hat nur ganz wenige verregnet“, sagt Nadja Günthör, die Präsidentin des EMF-Organistionskomitees. Günthör zeigt sich sehr zufrieden über den bisherigen Festverlauf: „Es gab keine nennenswerten Probleme oder Unfälle.“ Das ganze Team sei höchst bemüht, kleine Schwierigkeiten sofort zu beheben. Abzufedern galt es beispielsweise eine kleine Grippewelle bei den Helferinnen und Helfern des EMF. „Dank zusätzlichen Einsätzen durch das OK-Team, den Zivilschutz sowie die Securitas konnten wir diese Ausfälle kompensieren“, sagt sie. Nadja Günthör ist jeweils den ganzen Tag auf dem Festgelände und ist bei der abendlichen Rangverkündigung dabei. „Die Stimmung auf dem Fest ist einfach genial“, sagt sie. Lokalitäten sind gut besucht Der Komponist und Dirigent Thomas Trachsel ist Präsident der Musikkommission des Schweizer Blasmusikverbands (SBV) und in dieser Funktion für die Musik am Eidgenössischen Musikfest verantwortlich. Seine Bilanz des zweiten Festtages: „Auch wenn vielleicht nicht immer ganz alles nach Plan läuft: Die Stimmung ist schön, extrem friedlich, alle sind glücklich, und die Lokalitäten sind allesamt gut besucht. Das freut mich sehr und lässt doch hoffen für die Zukunft!“ Dank der vielfältigen Blasmusik-Konzerte hat sich der gedeckte Hauptfestplatz auf der Esplanade wie schon am Vortag ab dem Nachmittag in eine Festmeile verwandelt, wo die Musikantinnen und Musikanten ihren Wettbewerbstag haben ausklingen lassen. Info: Sämtliche Ranglisten finden Sie auf der Website. Das EMF in Kürze Das Eidgenössische Musikfest 2026 (EMF 26) findet vom 14. bis 17. Mai in Biel statt. Das in der Regel alle fünf Jahre stattfindende Fest gilt mit 24 071 Teilnehmenden als einer der weltweit grössten und bedeutendsten Musikwettbewerbe. 532 Musikvereine aus der ganzen Schweiz messen sich in verschiedenen Kategorien und Stärkeklassen um den Titel «Schweizermeister für fünf Jahre». Somit werden über die Auffahrtstage im Zentrum von Biel über 100 000 Menschen ihrer Leidenschaft für die Musik frönen – sei es als aktiv Teilnehmende oder als Zuhörende. Mit einem breit gefächerten Rahmenprogramm unter dem Motto «Musik verbindet» wird zudem ein grosses Volksfest geboten. Das EMF 26 ist ein kultureller Höhepunkt von nationaler Bedeutung und Ausstrahlung.
- Fulminante Eröffnungsfeier auf der Esplanade
Bundesrätin Elisabeth Baume-Schneider eröffnete am Mittwochabend das 35. Eidgenössische Musikfest 2026. Den VIP-Gästen präsentierte sich anschliessend im Nebia ein Spitzenkonzert des Symphonischen Blasorchesters der Schweizer Armee. «Musikgesellschaften in der Schweiz sind viel mehr als nur eine Frage von Noten, Harmonien und Wettbewerb. Sie bilden das Netz eines Erbes, das mit Traditionen, Symbolen und Referenzen geprägt ist, die eine Geschichte erzählen – unsere Geschichte» sagte Bundesrätin Elisabeth Baume-Schneider am Mittwoch auf der Esplanade. Mit diesen Worten eröffnete die Magistratin das 35. Eidgenössische Musikfest, welches nach der abgesagten Durchführung von Interlaken in Biel organisiert wurde. Über 400 geladene Gäste und zahlreiche Besucher feierten den Start des viertägigen Grossevents. Unter den bekannten Gesichtern im Publikum konnte man Armeechef Benedikt Roos ausmachen, Vertreter der Solothurner Regierung, den Bieler Medienpatron Mario Cortesi und Exponenten aus der Schweizer Blasmusikszene. Gleich verschiedene Formationen zeigten zu Beginn der Feier, wie unterschiedlich und variantenreich die Blasmusikgruppen daherkommt. Der Tambourenverein T-O-M gab den Rhythmus vor, die Trompeten Fanfare setzte mit der Melodie ein und die Streetbandits liessen mit der EMF26-Hymne «Between Lakes and Mountains» ordentlich Stimmung aufkommen. Da mochte selbst der aufkommende Wind keinen Abbruch tun. Dass das Jugendspiel JUBIS Biel den musikalischen Rahmen gestaltete, verstehen die Veranstalter als klares Zeichen zu den Nachwuchsmusizierenden. Mut und Vertrauen brauche es, um ein solches Fest auf die Beine zu stellen, sagte OK-Präsidentin Nadja Günthör in ihrer Eröffnungsrede. Dieses Event gehöre allen, betonte sie. Wenn viele zusammenarbeiten und am gleichen Strick ziehen, so könne ein grossartiger Anlass entstehen. «Willkommen in einer herzlichen Stadt», begrüsste anschliessend die Bieler Stadtpräsidentin Glenda Gonzalez Bassi das Publikum. Man wolle vier Tage lang die Musik feiern und eine gemeinsame Sprache sprechen. Man feiere auch eine Kraft, sagte Luana Menoud-Baldi, Präsidentin des Schweizerischen Blasmusikverbands. Das Eidgenössische sei zudem eine Investition in die Jugend, welche die Tradition der Blasmusik aufrechterhalten soll. Und damit eben auch unsere Geschichte. Denn was in diesen Tagen gefeiert werde, gehe über das EMF hinaus. Nach 10 Jahren übergab das OK des EMF 2016 in Montreux die Fahne des SBV an Nadja Günthör als Vertreterin des EMF 2026 in Biel. Damit geht das Fest offiziell in die neuen Hände über. Dieser feierliche Moment lockte kurzerhand die Sonne am ansonsten Wolkenbehangenen Himmel hervor. Nicht weniger feierlich waren die Grussworte von Nationalratspräsident Pierre-André Page, Ständerats-Vizepräsident Werner Salzmann und Berner Regierungsratspräsident Christoph Neuhaus. Noch bevor Menschen Grenzen ziehen konnten, hätten sie bereits gesungen und Musik gemacht. Musik könne Menschen verbinden und Brücken bauen, sagte Salzmann weiter in seiner Ansprache. Es sei der gegenseitige Respekt, der den richtigen Klang schaffe. Musik erziele Nähe und Verständnis, was insbesondere bei der Blasmusik zu spüren sei. Nach dem offiziellen Festakt wurden die Ehrengäste im Nebia vom Sympohonischen Blasorchester der Schweizer Armee mit der Nationalhymne empfangen. Während eines rund einstündigen Konzerts zeigten 65 Musikanten um Chefdirigent Gaudens Bieri, weshalb das Ensemble sowohl im In- wie Ausland zu den beliebtesten Formationen gehört. «Was ist das Wichtigste beim Musizieren? Wir müssen auf die anderen hören – und dann hören die anderen auch auf uns», mahnte abschliessend Bundesrätin Baume-Schneider. «Was für die Musik gilt, gilt ebenso für die Schweiz.»














